Applaus, Applaus – hier kommt die Clutch

Ist es eine zu groß geratene Brieftasche? Ist es ein überdimensional großes Portemonnaie? Nein, es ist eine Clutch! Clutches bilden das moderne Gegenstück zu Handtaschen im XXL-Format und sind aus unserem Style-Empfinden nicht mehr wegzudenken. Zugegeben, Riesen-Beutel und gigantische Ledertaschen sind absolute Fashion-Pieces und werden es auch immer bleiben, immerhin passt eine Menge in sie hinein, sie sind wunderbar auffällig und man kann sich so schön hinter ihnen verstecken, die es vorzugsweise die Olsen-Zwillinge oder viele andere Prominente unter Beweis stellen. Doch manchmal muss es einfach ein paar Nummern kleiner sein und Clutches beweisen in diesem Zusammenhang mit Bravour, dass weniger definitiv mehr sein kann. Aber was macht eine klassische Clutch aus? Was hat es mit den kleinen Fashion-Statements auf sich?

Der Begriff Clutch stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „umklammern“, womit sich schnell ein Zusammenhang zu dem meist rechteckigen Täschchen aufbauen lässt. Clutches sind flache kleine Handtaschen, die ganz ohne Tragegurt oder Henkel auskommen. Seine Trägerin umfasst die lediglich mit ihren Händen oder klemmt sie leger zwischen ihren Oberkörper und Unterarm, eventuell hat sie eine unauffällig angebrachte Handschlaufe.

Zugegeben, der Gemütlichkeitsfaktor hält sich bei diesen beiden Tragevarianten von Clutches stark in Grenzen, aber um Gemütlichkeit oder Lässigkeit soll es bei Clutches auch nicht gehen, ganz im Gegenteil. Es geht um Style, um einen trendbewussten Auftritt, aber dies soll an späterer Stelle noch einmal ausführlicher thematisiert werden.

In klassische Clutches passt immer nur das Nötigste, was die moderne Frau zum Ausgehen braucht, mehr als etwas Bargeld, Schlüssel, Smartphone und ein Lippenstift fasst eine typische Clutch nicht, und das ist auch gut so! Denn seien wir einmal ehrlich: So sehr wir unsere großen Lederbeutel aus dem Alltag auch lieben, wer kennt nicht das leidige Herumwühlen in den XXL-Taschen, nur weil wir auf der vermeintlich schnellen Suche nach dem klingelnden Handy oder den Autoschlüsseln sind… Mit Clutches passiert dies nicht – no way!

Von High-End bis Neopren – alles ist erlaubt

Clutches können aus jedem beliebigen Material bestehen. Allem voran schreitet natürlich die elegante und klassische Version aus Leder, hier sind den Variationen und Materialien jedoch keine Grenzen gesetzt. Ob glattes Leder, Wildleder, Lackleder oder die Variante in genoppt, gemustert oder im Materialmix – Leder geht immer, sowohl im XXL- als auch im kleinen Clutch-Stil. Doch auch Lederimitate oder Clutches aus Lack oder unterschiedlichen Stoffen erfreuen sich größter Beliebtheit. Weitere beliebte Materialien sind auch Krokodilleder, mit Nerzfell besetzt oder mit Gold und Silber aufgewertet, bestickt mit Federn, Kristallen und Strass. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Wer unter uns ein großes Herz für Tiere hat, selbstverständlich gibt es die Clutch auch als vegane Ausführung, die Herstellung als auch das Material kommen ohne tierische Produkte aus. Die Taschen kommen sowohl geschmeidig weich als auch aus Kunststoff im festen und robusten Kästchen-Stil daher, das Motto lautet: Alles ist erlaubt. Auch Täschchen mit Applikationen wie Strass oder Spitze sind absolute Allrounder, die auf den Straßen dieser Welt ausgeführt werden. Ob Reißverschlüsse, Druckknöpfe oder Laschen – wie sich die Clutches schließen lassen, lässt ebenfalls keinerlei Grenzen zu, achten Sie nur immer darauf, Ihre Tasche richtig zu schließen, damit Lippenstift, Kreditkarte und Co. nicht verloren gehen. Von No-Name-Herstellern bis hin zu den großen High-End-Designern dieser Welt – alle haben den nicht abklingenden Hype um die kleine Handtasche mit dem großen Effekt erkannt und gehen in Sachen Design aufs Ganze. So lassen inzwischen sogar Designermarken wie Fendi ihre Clutches von Prominenten wie Sarah Jessica Parker oder Rihanna designen, um ihnen noch mehr Extravaganz, Individualität und natürlich auch den gewissen Star-Appeal zu verleihen.

Clutches – mehr als nur eine Handtasche und das schon lange

Gehört die schwarze Ledertasche mit viel Stauraum für die meisten Frauen zu einem Alltags-Begleiter, der sich jedem Outfit wunderbar unauffällig anpasst, verhält es sich mit Clutches bei weitem anders. Clutches sind nicht nur ein Accessoire zu einem Auftritt, sie machen einen elementaren Teil eines Looks aus, indem sie ihn komplettieren oder gar perfektionieren – und das sowohl im Alltag als auch in Sachen Abendgarderobe. Clutches wollen gut ausgewählt sein, das wissen die Mode-Frauen von heute schon lange. Sie sollen als Blickfang fungieren, indem seine Trägerin sie locker elegant in den Händen hält, findet beinahe eine Art Inszenierung dieser Handtasche statt. Passen Sie dann zu den Schuhen oder zu der Farbe der anderen Accessoires, wie Schal oder Hut, kann die Clutch im Gesamtkonzept für einen unwiderstehlichen Auftritt sorgen. Ob zum Business-Termin oder zum festlichen Besuch der Oper, wann und wo das It-Piece zum Einsatz kommt, ist voll und ganz seiner Trägerin überlassen. Die Zeiten, in denen das Täschchen lediglich zu Hochzeiten oder anderen festlichen Anlässen ausgeführt werden durfte, sind definitiv vorbei.
Ihrer ersten großen Beliebtheitsphase erfreute sich die Clutch in den 1920- und 1930er Jahren, als sie im Zuge der Goldenen Zwanziger auf dem Fashion-Bildschirm erschien. Damals trug sie noch den deutschen Namen Unterarmtasche, bevor sie vorerst wieder mehr oder weniger vom Bildschirm verschwand. In der Nachkriegszeit wurde sie durch das Modehaus Dior mit englischem Namen Clutch wieder zu neuem Leben erweckt und feierte ihr Comeback. Seither tauchte sie immer wieder in der Modewelt auf, seit den 2000er Jahren ist sie ein fester Bestandteil der Modeindustrie und aus der Fashionwelt – und natürlich auch aus unseren Garderoben – nicht mehr wegzudenken.

Clutches als Must-Have-Piece

Die Fashion-Frau von heute sollte definitiv mehr als eine Clutch besitzen. Zum einen, weil – wie bereits thematisiert wurde, ein Look mit Clutches wunderbar in Szene gesetzt werden kann, zum anderen weil es ein unendlich faszinierende Auswahl an den kleinen Taschen gibt, an denen wir einfach nicht so vorbei gehen können. Clutches haben sich neben der schicken Ausgehversion auch zum beliebten Alltagsbegleiter etabliert, so darf Frau mit gutem Gewissen mehrere der Taschen besitzen, zumal sie in unserem Kleiderschrank längst nicht so viel Platz wegnehmen wie seine großen Geschwister.

Lange Rede, kurzer Sinn: Clutches sind aus der Garderobe der modernen Frau nicht mehr wegzudenken, so viel sei an dieser Stelle gesagt! Frau kann und will ohne ihren kleinen Begleiter nicht mehr sein, es ist einfach zu schön, das trendige It-Piece stets bei sich zu tragen. Apropos: Das stets bei sich tragen sollte jede Frau wörtlich nehmen und sich immer daran erinnern, dass Clutch seine Bedeutung im Umklammern findet – die Gefahr, die hübsche Tasche nämlich irgendwo liegen zu lassen, ist leider recht groß. Also, stets die Clutch umklammern und dem perfekten Auftritt steht nichts mehr im Wege.

 

Trendmaterialien Herbst/Winter 2018/ 2019

1. Glattleder

Leder ist das Material was die Erstplatzierung seit vielen Saisons nicht abgibt, so auch Herbst/ Winter 2018/2019. Schon wegen der Western Style Welle ist Glatt-oder Rauhleder unverzichtbar. Das Lederkleid, Lederhosen, Lederjacken werden in unserem Kleiderschrank wieder eine vorrangige Rolle spielen. Glatt-oder Lackleder kombiniert man auch zu kuscheligen Textilien aus Kaschmir, Wolle oder femininen Stoffen wie Satin oder Tüll. Stilmix und Kontraste setzen lauten die Schlagwörter.

2. Satin

Der seidig schimmernde Satin ist durch seine zarte Erscheinung oft bei sommerlichen Kleidern, Oberteilen und Röcken zu finden. Aber wir müssen uns über Herbst und Winter nicht von ihm trennen, ganz im Gegenteil! Wie kombiniert man Satin nun, man nennt es auch Stilbruch, Stoffe bzw. Materialien miteinander zu kominieren, welche vermeintlich gar nicht zueinander passen. Auch hier gilt: Kontraste schaffen mit Materialien wie Wolle, Leder, Tweed etc., man sollte jedoch Ton in Ton kombinieren.

3. Fellimitat

Es wird seit längerer Zeit mehr und mehr auf Echtpelz verzichtet, stattdessend greifen Designer zu hochwertigen Fellimitaten. Fell ist Herbst/Winter sehr beliebt und deswegen nicht aus den edlen Krationen wegzudenken. Man denke da nur an Armani, Gucci oder Michael Kors. Kombiniert werden Fellimitate meistens zu Jacken, Mänteln und genau, Taschen! Wo wir wieder bei unserer geliebten Clutch wären.

4. Pailletten

Bereits im Frühjahr und Sommer waren Pailletten der Trend schlechthin, wen wundert es, dass sie uns auch im Herbst und Winter begleiten werden. Wir erinnern da an Balmain Minikleider aus Pailletten, auch bei Dolce & Gabbana steht man dem nicht nach. Es bleibt nun die Wahl eines Paillettenkleides mit edler Clutch und Cowby-Boots als auffällige Variante oder ein dezentes Pailletten-Top zum Blazer und Jeans für den dezenten Auftritt.

5. Tüll

Tüll ist definitiv kein reines Sommer-Material, im Gegenteil, ein echtes Must-have für den Herbst/ Winter 2018/2019. Im Gegenteil: es ist ein echtes Herbst/Winter 2018/2019 Must-have. Odeeh und Eva Herzog bewiesen dies auf dem Runway eingehend. Ein Tüllkleid kann man zum Beispiel über einem zweiten Kleid tragen, vielleicht sogar aus Strick, wo wir wieder dem Stilbruch alle Ehre machen. Eine passende Clutch ist hier unverzichtbar.

6. Samt

Der größte Star am Textilhimmel, ob glatt, gecrashed, als Accesoire, Top, Hose oder Blazer sogar Schuhe findet man wieder im Regal. Samt wärmt, ist bequem und wirkt gleichzeit edel. Samt darf im Herbst keinesfalls fehlen im Kleiderschrank, Schuhschrank und natürlich bei den Taschen.

7. Cord

Cord, ist der kleine Bruder vom Samt 🙂  nur frecher, aber ebenso weich und edel. Er galt länger als konservativ, dies ist jedoch seit Marlenehosen und oversized Blazer Geschichte und darf auch diesen Herbst und Winter nicht fehlen. Kombinieren kann man ihn nach Lust und Laune, er passt zu Materialien wie Kaschmir oder Spitze, Lederröcken oder Jeans. Er ist ein absolut unkomplizierter Begleiter ohne auf Stylintipps achten zu müssen.

8. Metallic

Wir alle haben darauf gewartet, es darf wieder schimmern und glänzen. Der Metallic-Effekt kehrt im Winter zurück, vielleicht erinnert er die Designer an Schneeflocken oder glitzernde Partykleider? Fakt ist, es darf ab sofort wieder kräftig schimmern in Eisblau, Rosé, Gold oder Silber. Kombi-Möglichkeiten wären da Materialien wie Tweed, Kaschmir oder Wolle. Durch Details wie Leder oder Samt wird der Look edel, in Kombination mit Jeans-Elementen auch alltagstauglich.

9. Tweed

Den Inbegriff von Tweed nannte man bisher Chanel, kommende Saison jedoch schwören auch arken wie Louis Vuitton, Tibi oder Stella McCartney. Es gibt in der Kombination wie so oft 2 Wege, entweder richtig coole Stilbrüche oder die schlichte Variante bestehend aus Jeans und Rolli zum edlen Tweed-Blazer. Stilbruch gefällig? Ein Tweed-Kostüm mit bunten Wollstrümpfen oder Tweed-Mini zu Plateau-Flats bzw. Ballerinas, Bunte Gürtel und Taschen peppen diesen im grunde spießigen Look so richtig auf.

10. Glossy

Es darf glänzen, egal ob nass schimmernd, plastikartig in Vinyl oder edel metallisch. Der glossy Effekt, welcher das Licht auf den Materialien spiegelt, wird ein großer Herbst-Trend. Zu nennen wären da enge Hosen, Regenmäntel, Röcke, Stiefel, Kleider und natürlich Handtaschen. Dieser Look ist nicht nur modisch sondern darüber hinaus ein Funktionsmaterial, welches abwaschbar ist, Regen und Matsch strotzt. Aber Achtung, nicht zu viel Glossy tragen, das wirkt überladen, nur ein Teil, wie die Handtasche zum Beispiel, und ihr den Raum lassen zu glänzen, ganz für sich allein. Kombination mit Materialien wie Wolle, Denim und Kaschmir bietet sich an zum Beispiel in den Farben Beige, Weiß, Cognac, Schwarz oder Erdtöne.